Das am 1. September 2014 in Kraft getretene FamFG hat - im Vergleich zu den Zeiten des FGG - die Stellung der Jugendämter in familiengerichtlichen Verfahren deutlich verändert. Einerseits ist die Aufgabe der Jugendämter wichtiger geworden (theoretische Aufwertung), andererseits berichtet die Praxis davon, dass die Jugendämter ihre Rolle zu verspielen beginnen, weil der Verfahrensbeistand sich eine bessere Position als die Jugendämter erarbeitet hat und weil viele Familiengerichte dazu übergegangen sind, von vorneherein so gut wie immer Sachverständigengutachten einzuholen. Den Jugendämtern droht damit ein praktischer Bedeutungsverlust. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken ist es notwendig, das rechtliche Wissen über die Möglichkeiten der Jugendämtern in familiengerichtlichen Verfahren deutlich zu verbessern. Darüber hinaus müssen auch die gutachtlichen Stellungnahmen der Jugendämter überzeugender werden. Schwerpunkte des Seminars:
1. Prozessuale Stellung des Jugendamtes: Beteiligter ja oder nein - Konsequenzen
2. Verfahrensfähigkeit von Kindern - Bedeutung des Verfahrensbeistands
3. Die Rollen aller am Verfahren Beteiligten: miteinander oder gegeneinander
4. Rechtsbehelfe und die Rolle des Jugendamtes in den jeweiligen Verfahren
5. Einstweilige Anordnungen
6. Vollstreckung in Kindschaftssachen
7. Fälle mit Auslandsberührung Mitarbeiter/innen der Jugendämter, die bei familiengerichtlichen Verfahren mitwirken, von Adoptionsvermittlungsstellen und Pflegekinderdiensten sowie des ASD, der Familiengerichtshilfe und der Wirtschaftlichen Jugendhilfe Bitte bringen Sie zur Veranstaltung mit: BGB, FamFG, SGB VIII Familie, Jugend und Soziales